Welche Seilklemmen gibt es?

 Seilklemmen sind beim Klettern am Seil unverzichtbar. Sie erleichtern den Auf- und Abstieg erheblich und sind für viele Seilkletterer unentbehrlich geworden. Ohne Seilklemmen wird der Aufstieg zu einer enormen körperlichen Anstrengung. Außerdem dienen sie als notwendige Sicherung gegen Stürze.

Wissenswertes

Eine Seilklemme wird auch als Seilklemme bezeichnet und als Kletterausrüstung verwendet. Dank der integrierten Zähne lässt sie das Kletterseil in Kletterrichtung durchlaufen und blockiert es in die entgegengesetzte Richtung.
Es gibt insgesamt vier verschiedene Arten von Seilklemmen:

  • Handseilklemme,
  • Bruststeigklemme,
  • Fußsteigklemme
  • Hilfsseilklemme.

Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre jeweiligen Funktionen:

Sicherung gegen Stürze: Handsteigklemmen und Bruststeigklemmen
Reine Kletterhilfen: Fußsteigklemmen und Behelfsklemmen.
Die Einsatzbereiche einer Seilklemme sind sehr vielseitig. Du kannst sie zum „Jümarn“ (Klettern mit zwei Seilklemmen), als Sicherung beim Aufbau eines Flaschenzugs oder zum Soloklettern (nur für sehr erfahrene Kletterer) verwenden. Diese Seilklemme: Einkaufsratgeber und Empfehlungen (06/22)

Welche Steigklemme ist für dich geeignet?

Wir helfen dir dabei, die perfekte Seilklemme zu finden. Dazu haben wir Handsteigklemmen, Bruststeigklemmen, Fußsteigklemmen und Behelfsklemmen verglichen und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile aufgeführt.

Handsteigklemme

Eine Handseilklemme gilt heute als unverzichtbar für Seilkletterer. Mit dieser Seilklemme kannst du „jümarn“, also dich mit zwei Handseilklemmen am Seil hochziehen. Eine Seilklemme befestigst du an deinem Klettergurt, die andere an der Schlinge, in die du mit dem Fuß steigst.

Diese Seilklemme kannst du vor allem zum Aufstieg am Seil verwenden. Sie ist Teil deiner „Sicherung“ und damit deiner Sicherungskette. Sie erleichtert den Aufstieg, da du dich mit wenig Kraftaufwand hochziehen kannst. Außerdem ist sie einfach zu bedienen.

Vorteile

  • Teil der Sicherungskette
  • erleichtert den Aufstieg
  • einfache Handhabung

Nachteile

  • als alleinige Sicherung zu unsicher
  • die Anwendung erfordert Übung

Ein Nachteil ist, dass eine einzelne Handsteigklemme als Sicherung zu unsicher ist. Verwende zusätzlich zur Handseilklemme am besten eine zweite Seilklemme und/oder einen Prusik (einen speziellen Klemmknoten). Außerdem erfordert die Verwendung einer solchen Seilklemme etwas Übung, da du sie während des Gebrauchs mit einer Hand öffnen musst.

Bruststeigklemme

Eine Brustseilklemme verbindest du direkt mit deinem Klettergurt. Sie hat ihren Namen daher, dass sie genau auf Brusthöhe sitzt.

Der Hauptvorteil einer Bruststeigklemme besteht darin, dass sie dich vor einem Sturz schützen kann. Im Gegensatz zu einer Fußsteigklemme kann sie also, genau wie die Handsteigklemme, als Teil der Sicherungskette dienen. Für den eigentlichen Aufstieg ist eine Bruststeigklemme nicht unbedingt notwendig, da du dafür auch dein Abseilgerät verwenden kannst. Mit einer solchen Klemme geht es jedoch viel einfacher und schneller.

Vorteile

  • Teil der Sicherungskette
  • erleichtert den Aufstieg

Nachteile

  • aufwendiger Umbau des Abseilgeräts
  • Der größte Nachteil einer solchen Seilklemme ist, dass du dein Abseilgerät für die Verwendung einer Brustseilklemme umfassend umbauen musst. Das ist besonders für Anfänger nicht einfach.

Fußsteigklemme

Eine Fußsteigklemme ist kein Teil der Sicherungskette, sondern wird direkt am Fuß befestigt und dient ausschließlich als Kletterhilfe. Wenn du eine Fußsteigklemme kaufen möchtest, solltest du beim Klettern immer auch eine Handsteigklemme, eine Bruststeigklemme oder eine andere Sicherung dabeihaben.

Sie kann z. B. bei langen Klettertouren als Unterstützung dienen. Auch bei speziellen Klettertechniken, etwa beim Treppensteigen, ist sie eine gute Hilfe.

Vorteile

  • Entlastung bei langen Klettertouren
  • Unterstützung bei speziellen Klettertechniken

Nachteile

  • Unbeabsichtigtes Öffnen möglich
  • umständliche Handhabung

Ein Nachteil von Fußsteigklemmen ist, dass sie sich manchmal unbeabsichtigt öffnen können. Deshalb sollten sie nur von erfahrenen Kletterern verwendet werden. Da bei dieser Art von Seilklemme der Fuß am Seil befestigt ist, ist sie außerdem generell umständlich zu handhaben.

Hilfsseilklemme

Eine Hilfsseilklemme ist eine Seilklemme in Minimalform. Sie kann dir in Situationen Zeit sparen, in denen du dich als Vorsteiger sicher fühlen kannst, auch wenn dein Vorsteiger in Schwierigkeiten ist.

Damit kannst du Sicherungspunkte erreichen, die weiter entfernt sind als das Seil lang ist. So kann der Nachsteiger weiterklettern, selbst wenn sich der Vorsteiger an einer kritischen Stelle befindet, ohne ihn zu gefährden. Befindet sich dein Nachsteiger hingegen in einer schwierigen Situation, kannst du mit der Behelfsklemme das Ende einer Route sichern.

Vorteile

  • Zeiteinsparung
  • Erreichen von Stellen, die weiter entfernt sind als die Seillänge
  • Sicherung des Routenausstiegs

Nachteile

  • hohes Risiko, dass sich Schlingen oder Keile lösen
  • keine Sicherung des Vorsteigers beim Abstieg möglich
  • Gefahr von Seilverschleiß

Ein Nachteil der Behelfsklemme ist, dass ihre Verwendung das Risiko erhöht, dass sich Schlingen oder Keile lösen. Außerdem ist es nicht möglich, den Vorsteiger beim Abstieg zu sichern. Der Vorsteiger darf also niemals in eine Situation gebracht werden, in der er zum Abstieg gezwungen ist! Wie bei jeder Verwendung einer Seilklemme steigt letztlich auch die Gefahr von Seilverschleiß.

Für wen eignet sich eine Seilklemme?

Mit einer Seilklemme kannst du dich jederzeit ohne großen Kraftaufwand am Seil hochziehen, ganz gleich, ob du dich in einer Notsituation befindest oder nicht. Seilklemmen eignen sich besonders als Sicherung beim Soloklettern, für das Klettern an Bigwalls, für technisches Klettern, als Rücklaufsperre beim Aufbau eines Flaschenzugs und nicht zuletzt auch als Ausrüstung für Expeditionen und Höhlenbefahrungen.

Wie kann ich mich mit einer Seilklemme retten?

Um dich mit einer Seilklemme aus einer Gletscherspalte zu befreien, gehst du folgendermaßen vor (dieses Vorgehen wird auch Flaschenzugtechnik genannt):

  • Zunächst musst du dich selbst sichern. Befestige dazu eine Seilklemme am Kletterseil und richte sie mit einer 90er-Schlinge auf Armlänge ein.
  • Dann richtest du einen Prusik zum Aufsteigen ein. Befestige dazu eine Seilrolle unterhalb der oberen Seilklemme und hänge eine Kletterschlinge daran.
  • Nun beginnst du mit dem Aufstieg: Schiebe die selbstklemmende Klemme abwechselnd nach oben, folge mit dem Fuß der Konstruktion und steige dann weiter nach oben. Wiederhole das, bis du wieder den Rand der Gletscherspalte erreichst.
  • Am Rand der Gletscherspalte verwendest du die Selbstsicherungstechnik: Hake die Seilrolle in den Körper ein und entferne die Steigschlingenschlaufe. Führe das Seil nun an der oberen Klemme um. Das war’s! Jetzt kannst du dich wie mit einem Flaschenzug hochziehen.
  • Welche Alternativen gibt es zu einer Seilklemme?
  • Vor der Einführung von Seilklemmen wurden spezielle Knotentechniken verwendet, um am Seil aufzusteigen. Heute kommen sie jedoch hauptsächlich bei der Bergrettung zum Einsatz oder dienen meist nur als zusätzliche Sicherung zur Seilklemme.

Folgende Knotentechniken werden unterschieden

Prusikknoten: Beim Aufstieg mit einem Prusik werden zwei Steigschlingen mit einer Länge von ca. 150 m hintereinander am Seil nach oben geschoben. Vor dem Abstieg wird der Prusik erneut als Sicherungshilfe am Bremsseil verwendet.
Garda-Schlinge: Sie wird auch Garda-Schlinge genannt und gilt als Alternative zu einer Seilschlinge mit Rücklaufsperre. Der Vorteil der Garda-Schlinge ist, dass sie sich mit der üblichen Kletterausrüstung, die du dabeihast, ohne großen Aufwand herstellen lässt. Dazu wird eine Schlinge durch zwei identische Karabiner in einem Express-Set geführt.

FAQ-Übersicht: Zurück.