Absturzgefahr am Klettersteig!
Ein Sturz am Klettersteig kann gefährlicher sein als ein Sturz beim Sportklettern. Das liegt vor allem am Sturzfaktor, der Dämpfung und der Sicherungstechnik.

1. Sehr hoher Sturzfaktor
Am Klettersteig klettert man üblicherweise über dem letzten Ankerpunkt des Stahlseils.
Bei einem Sturz:
- stürzt man zunächst bis zum vorherigen Ankerpunkt hinunter,
- und dann spannt sich das Klettersteigset.
Dadurch kann der Sturzfaktor fast 2 betragen.
Der Sturzfaktor ist ein Begriff aus dem Klettersport und bedeutet: Sturzfaktor = Sturzhöhe / Länge des Sicherungssystems
Am Klettersteig gibt es:
- kurze Arme des Sets
- eine relativ große Sturzhöhe
Das führt zu hohen Kräften. Zum Vergleich: Beim Sportklettern liegt der Sturzfaktor üblicherweise unter 1.
2. Kein dynamisches Seil
Beim Sportklettern wird die Energie eines Sturzes von einem dynamischen Kletterseil aufgenommen, zum Beispiel einem dynamischen Kletterseil.
Dieses Seil:
- dehnt sich teilweise um 30–40 %
- allmählich und nimmt so die Sturzenergie auf.
Am Klettersteig:
- gibt es kein langes dynamisches Seil
- sondern nur einen kurzen Falldämpfer im Set.
Die Energieaufnahme ist daher stark begrenzt.
3. Harte Strukturen in der Umgebung
Am Klettersteig ist man nahe an:
- Fels
- Metallstufen
- Leitern
- Seilverankerungen
Bei einem Sturz kann man daher gegen die Wand oder Metallteile prallen.
4. Mögliche Sturzhöhe
Wenn die Ankerpunkte beispielsweise 3–5 Meter auseinanderliegen:
- klettert man über den Ankerpunkt hinaus
- stürzt man bis zum vorherigen Ankerpunkt
- und zusätzlich um die Länge des Sets
Der gesamte Sturz kann 5–8 Meter betragen, bevor der Falldämpfer vollständig ausgelöst wird.
5. Deshalb sind am Klettersteig drei Dinge entscheidend:
- ein modernes Set gemäß EN 958
- immer zwei Karabiner am Seil
- niemals ungesichert über einen Ankerpunkt hinaus klettern.
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